SPD fordert Maßnahmen gegen Umweltsünder

In der Diskussion um ein Kunststoffverbot für Plakatwerbung in Wentorf macht sich die SPD für eine sachliche und saubere Debatte stark. „Eine Papp-Pflicht für Wahlplakate in Wentorf zu fordern ist sicherlich keine Lösung gegen die globale Verschmutzung der Weltmeere durch Mikroplastik, sondern wohl eher ein Versuch, Wahlkampf zu betreiben“, sagt Andrea Hollweg, Fraktionsvorsitzende der SPD Wentorf. Ihre Fraktion sagt stattdessen dem Plastikmüll an Wentorfer Wegesrändern den Kampf an.

Hintergrund ist die aktuell im Planungs- und Umweltausschuss eingereichte Forderung der Grünen, in Wentorf künftig Hohlkammerplakate aus Kunststoff zu verbieten. Solche Plakate werden im aktuellen SPD- Europawahlkampf eingesetzt. Mit dem Verbot der sogenannten Easyplates könne man einen – wenn auch nur kleinen – Beitrag leisten gegen die Bedrohung durch  Mikroplastik zum Beispiel in Meeren.

SPD schlägt Initiativen gegen Umweltsünder vor Ort vor

Hollweg: „Wir sollten uns in der Kommunalpolitik lieber darum kümmern, wirksame Maßnahmen gegen die Umweltsünder zu beschließen, die unsere Gemeinde zum Beispiel durch weggeworfene Hundekotbeutel oderleere Chipstüten verunreinigen.” So bereite die SPD derzeit einen Antrag für zusätzlich aufgestellte Abfallbehälter in der Gemeinde vor. „Außerdem gibt es in zahlreichen Städten und Gemeinden clevere Ideen, um Umweltsünder zu bestrafen und illegale Müllbeseitigung zu vermeiden. Hieran sollten wir uns ebenfalls beteiligen”.

Wahlwerbung im Ökobilanz-Vergleich

Gerade die Grünen hätten sich auch in vergangenen Wahlkämpfen dank Postwurfsendungen und  verteilter Wahlwerbung aus Papier in Wentorf nicht gerade durch ökologisch unbedenkliche Werbung hervorgetan, ergänzt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Lucas Siemers. „Wie jeder weiß, wird bei der Papierherstellung – selbst aus recyceltem Material – viel Wasser verwendet. Das Abwasser aus Papier- und Zellstoffwerken ist meist sehr hoch mit organischen Kohlenstoffverbindungen belastet“, erklärt das Umweltbundesamt dazu.

Die im Antrag getroffene Aussage, dass Hohlkammerplakate „bei der Produktion wertvolle Rohstoffe” verbrauchen und „sich nach Gebrauch nur mit einem relativ hohen Aufwand recyceln lassen”, bedarf nach Ansicht der SPD einer differenzierten Betrachtung. So bestehen die Plakate aus Polypropylen – einem Werkstoff, der auf Basis von Mineralöl hergestellt wird und unbedenklich entsorgt werden kann, da keine Weichmacher zugesetzt werden. In der Müllverbrennungsanlage wird Energie üblicherweise in Form von Brennstoff künstlich zugeführt – Abfälle aus Kunststoffen wie Polypropylen übernehmen inzwischen diese Aufgabe. Laut Umweltbundesamt werden auf diese Weise 52,7 Prozent der Kunststoffabfälle energetisch verwertet, ein Großteil aus Polypropylen.

„Keine Verluste zu verzeichnen“

Den im Antrag der Wentorfer Grünen genannten Vorwurf, dass Plakate immer wieder auf wundersame Weise verschwinden und „vermutlich überwiegend als Plastikmüll unkontrolliert in der Umwelt landen“, kann SPD- Ortschef Siemers nicht nachvollziehen. „Wir hatten bisher keine Verluste zu verzeichnen und haben alle Plakate ordnungsgemäß entsorgt.“

Quellen:

Fraunhofer Institut zu Mikroplastik in Böden
Umweltbundesamt zur Papierherstellung 
Umweltbundesamt zu Kunststoff-Recycling
Umweltbundesamt zu Mikroplastik in Gewässern